22. Juli 2015

SPD rechtfertigt drastisch gestiegene Badpreise mit Familienpass

Bild: M. Großmann / pixelio.de

In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause hat die SPD Front gegen den linken Antrag gemacht, die drastisch gestiegenen Eintrittspreise beim Burgdorfer Schwimmbad rückgängig zu machen. DIE LINKE hatte diesen Antrag gestellt, weil Burgdorfer/innen mit wenig Geld seit geraumer Zeit vom Schwimmbadbesuch ausgeschlossen sind. Menschen mit wenig Geld hätten nach wie vor die Möglichkeit, einen ermäßigten Eintrittspreis zu zahlen, weil es den Familienpass der Stadt gebe, sagte dagegen SPD-Ratsfrau Christiane Gersemann. Niemand werde vom Badbesuch ausgeschlossen, meinte sie. Bei einer solchen Aussage lohnt es sich, genau hinzuschauen.

„Burgdorfer SPD ist sozial auf den Hund gekommen“

Was Gersemann nicht sagte: Vom Familienpass profitiert nur eine kleine Minderheit der Arbeitslosen und Geringverdiener/innen: Familien mit drei oder mehr Kindern, Alleinerziehende und Eltern mit einem behinderten Kind. Das heißt: Übliche Geringverdiener- und Arbeitslosen-Familien gehen ebenso leer aus wie Paare mit wenig Geld und die vielen alleinlebenden Arbeitslosen und Geringverdiener/innen, die sich aufgrund ihres schmalen Geldbeutels die Gründung einer Familie gar nicht leisten können – und das ist das Gros der Betroffenen. Und selbst für die wenigen, die vom Familienpass profitieren, haben sich die Eintrittspreise seit der Anhebung mehr als verdoppelt. Eine ermäßigte Jahreskarte kostete für sie früher 65 Euro, jetzt sind es 140 Euro. Alle anderen, die nicht vom Familienpass profitieren, zahlen 280 Euro – Geld, dass die Betroffenen nicht haben. „Wer vor diesem Hintergrund meint, niemand werde vom Badbesuch ausgeschlossen, ist sozial auf den Hund gekommen“, sagt LINKEN-Ratsherr Michael Fleischmann an die Adresse der Burgdorfer SPD.