18. Mai 2016

Verkehrsbelastung Marktstraße / Fußgängerzone auf Probe nicht aus den Augen verlieren

Aufenthaltsqualität sieht anders aus: Blechlawine in der Marktstraße.

In der Diskussion um den seit längerem wieder anschwellenden Autoverkehr in der Marktstraße hat sich Ratsherr Michael Fleischmann (Linke) erneut dafür ausgesprochen, eine Fußgängerzone auf Probe in der Marktstraße einzurichten. DIE LINKE im Rat knüpft damit an eine alte Forderung einer Bürgerinitiative von vor fünf Jahren an. Letztere hatte innerhalb kurzer Zeit mehr als 1.000 Unterschriften für eine Fußgängerzone auf Probe gesammelt, fand damit aber in der Ratspolitik bis auf DIE LINKE kein Gehör. Stattdessen beschlossen SPD, Grüne, Wählergemeinschaft WGS und Bürgermeister im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss hinter verschlossenen Türen, die Straßen in der Innenstadt umzubauen. Noch nicht einmal der Rat durfte über eine für Burgdorf so wichtige Angelegenheit entscheiden – obwohl der Bürgermeister im vorausgegangenen Kommunalwahlkampf Bürgerbeteiligung und transparente Entscheidungen versprochen hatte.

„Alle Argumente gegen eine Fußgängerzone auf Probe halten einer kritischen Sichtung nicht stand“, betont Fleischmann. Wenn Verwaltung und Ratspolitik davon sprechen, dass eine Fußgängerzone zum Anschwellen des Autoverkehrs in anderen Innenstadtbereichen führt, handelt es sich um eine Vermutung, die nach bisherigem Stand nicht belegbar ist. Genauso gut kann es sein, dass der Autoverkehr in anderen Innenstadtbereichen nicht zunimmt oder sogar abnimmt, weil dann viele Autofahrer/innen die Innenstadt meiden werden - vor allem, wenn zugleich überflüssige Ampeln auf der Umgehungsstraße abgebaut werden, die bisher immer wieder zu Staus führen. „Wer steht schon gern an vielen Ampeln in der Innenstadt, bevor er weiterfahren kann?“, fragt Fleischmann. „Dann ist die Umgehungsstraße die bessere Alternative. Eine Fußgängerzone auf Probe kann hier Aufklärung bringen.“

„Abgesehen davon haben sich Vermutungen der Stadtverwaltung und der Ratspolitikerinnen und Ratspolitiker schon häufig in Luft aufgelöst“, sagt Fleischmann. „Ein Beispiel war die irrige Annahme, man könne durch den Straßenumbau in der Innenstadt den Autoverkehr in der Marktstraße verringern. Der Schuss ging voll nach hinten los.“ Fleischmann war seinerzeit der einzige im Rat, der sich gegen dieses millionenschwere Prestigeprojekt ausgesprochen hatte.

Das andere falsche Argument gegen eine Fußgängerzone auf Probe lautet: ‚Dann verödet die Innenstadt.’ Nach Auffassung der LINKEN ist die Innenstadt heute schon verödet, weil kaum Fußgängerinnen und Fußgänger, aber dafür umso mehr Autos unterwegs sind, welche die Marktstraße als Durchgangsstrecke nutzen.