11. Mai 2016

Klinikum der Region muss offen mit gefährlichen MRSA-Keimen umgehen / Geheimniskrämerei beenden!

Die Gruppe LINKE & PIRATEN fordert eine kontinuierliche Erhebung, Dokumentation und Berichterstattung zum Vorkommen von MRSA in den Krankenhäusern des Klinikums der Region und hat dazu einen Antrag in die Regionsversammlung eingebracht. Das Thema Multiresitenter Erreger (MRE) wird bisher totgeschwiegen. Neben MRSA sind auch VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) und ESBL (Beta-Lactamase produzierende Enterobakterien) auf dem Vormarsch.

Entgegen bisherigen Einschätzungen, die davon ausgehen, dass in Deutschland jährlich zwischen 7.500 bis zu 15.000 Menschen an Infektionen mit mehrfachresistenten Erregern sterben, enthüllen Recherchen von Zeit Online, Die Zeit, der Funke Mediengruppe sowie eine aktuelle Langzeituntersuchung vom Recherchebüro CORRECT!V, dass die Zahl der Opfer mit bis zu 30.000 Todesfällen pro Jahr deutlich höher ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt seit Jahren vor einer ‘post-antibiotic era‘, einer Post-Antibiotika-Ära, in der gewöhnliche Infektionen und geringe Verletzungen wieder tödlich enden können. Doch der chronische Personalmangel und Arbeitshetze verhindern eine konsequente Einhaltung der Hygienevorschriften in den Krankenhäusern.

Die Gruppe LINKE & PIRATEN fordert vom Klinikum der Region Hannover einen offenen Umgang, die Darlegung von Zahlenmaterial zu Screenings, Infektionen und Todesfällen in jährlichen Berichten an die Regionsversammlung. "Das ist bisher mehr oder weniger vom Klinikum mit schwammigen Antworten auf unsere wiederholten Anfragen umschifft worden", bedauert Gruppenvorsitzender Michael Fleischmann.