21. Mai 2016

Demo gegen Massentierhaltung ohne die Grünen

Auch LINKEN-Ratsherr Michael Fleischmann (Bildmitte) beteiligte sich an der Demo.

Dass es in Burgdorf eine Demonstration gibt, kommt nicht alle Tage vor. Am Samstag sind rund 40 Menschen gegen Massentierhaltung in der Burgdorfer Innenstadt auf die Straße gegangen. Vertreter/innen verschiedener Tierschutzorganisationen beteiligten sich ebenso wie der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Zur Demo aufgerufen hatte das Deutsche Tierschutzbüro. Obwohl Organisatorin und Tierschützerin Christine Gross auch alle im Rat vertretenen Parteien eingeladen hatte, beteiligte sich nur DIE LINKE an der Demo. Die anderen Parteien, unter ihnen auch die Grünen, haben weder im Vorfeld abgesagt noch sich bei der Demo blicken lassen.

Die Demonstrant(inn)en prangerten nicht nur die skandalösen Zustände in den industriellen Tierfabriken an und forderten deren Abschaffung. Die Demonstrant(inn)en) forderten auch, den Verkauf von Antibiotikafleisch zu verbieten – und das aus gutem Grund: Damit die Tiere die Mastprozedur überhaupt qualvoll überleben können, werden sie mit Antibiotika vollgepumpt. Daraus entwickeln sich antibiotikaresistene Keime. Es handelt sich um Viren oder Bakterien, die wiederum - meist durch die Zubereitung des Fleisches - den Weg in den menschlichen Körper finden.

Ein Großteil des Fleisches aus Massentierhaltung, das man heute im Supermarkt kaufen kann, ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile ein Drittel der Bevölkerung diese Erreger in sich trägt. Eine eigentlich harmlose Infektion oder Verletzung kann damit tödlich enden, weil kein Antibiotikum mehr hilft - zumal die konventionellen Bauern laut Insidern auch immer mehr Reserveantibiotika in der Tiermast einsetzen. Hinzu kommt, dass chronischer Personalmangel und Arbeitshetze eine konsequente Einhaltung von Hygienevorschriften in Krankenhäusern verhindern. Recherchen von Zeit Online, der Funke Mediengruppe und eine aktuelle Langzeituntersuchung des Recherchebüros CORRECT!V sprechen von bis zu 30.000 Todesfällen pro Jahr in Deutschland, die auf multiresistente Keime zurückzuführen sind.


Weitere Impressionen von der Demo: