22. Dezember 2016

Vogelgrippe: Statt Massentötungen sind Aufklärung und verantwortungsvolles Handeln gefordert

Bild: Tierschutzbüro

Die Vogelgrippe breitet sich aktuell wieder in ganz Deutschland aus. Angeblich besteht für den Menschen keine Ansteckungsgefahr. Und auch die freilaufenden Haustiere sind laut Amtstierarzt der Region Hannover Michael Schimanski angeblich nicht durch den Virus „H5N8“ in Gefahr. Trotzdem werden Haustiere mit Hausarrest belegt und zehntausende Tiere in den Massentierställen vorsorglich getötet, weil bei einzelnen Tieren der hochgefährliche Geflügelpestvirus festgestellt wurde. Die Tiere werden mit einem unter Strom gesetzten Wasserbad qualvoll zu Tode gebracht.

„Weil die Tiere in einem völlig isolierten dunklen Raum dicht an dicht gehalten werden, ist die Ansteckungs- und Übertragungsgefahr so groß, dass alle im Betrieb gehaltenen Tiere getötet werden müssen, auch wenn nur ein geringer Bruchteil das Virus in sich trägt“, stellt Tierschützerin und LINKEN-Ratsfrau Christine Gross fest und fragt: „Warum wird massenhaft getötet, wenn die Ansteckungsgefahr für den Menschen angeblich gleich null ist? Hier fehlt es an Aufklärung.“ Nicht nur die Verbraucher/innen, auch die Lebensmittelproduzent(inn)en sollten darüber nachdenken, inwieweit Massentierhaltung für die Lebensmittelproduktion Sinn macht, fordert Gross. „Nicht nur in Zeiten solcher Seuchen entsteht in Massentieranlagen unverantwortliches Tierleid. Die Tiere in Mastanlagen sind Zeit ihres kurzen Lebens einem krankhaften, lebensfeindlichen Dauerzustand ausgesetzt, den schließlich auch der Mensch mit stark gefährdenden Auswirkungen auf seine Gesundheit ausbadet.“ Gross spielt damit etwa auf die umfangreiche Verabreichung von Antibiotika an, damit die Tiere die Qualhaltung in den Massenställen überhaupt überstehen. Die Folge sind multiresistente Keime, an denen in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 Menschen sterben, weil kein Medikament mehr hilft – Tendenz steigend.