21. März 2017

Rat hat kein Herz für Hunde: umzäunte Freilauffläche zunächst vom Tisch

Obwohl Hundehalter/innen jedes Jahr Steuern für ihre Vierbeiner zahlen und dafür bisher keine adäquate Gegenleistung erhalten, hat der Rat den Antrag von Christine Gross (Linke) mit großer Mehrheit abgelehnt, eine umzäunte Hundefreilauffläche in Burgdorf einzurichten. Die Ratsfrau hatte zuvor dem Bürgermeister eine Liste mit 744 Unterschriften für die Hundefläche übergeben. Auf dieser Fläche könnten Hunde das ganze Jahr über ohne Leine herumlaufen und sich austoben, was bisher in der Brut- und Setzzeit nicht möglich ist. Manche Hunde kann man sogar nur auf einer solchen Fläche von der Leine lassen. Auch Nicht-Hundehalter/innen würden profitieren, weil es Menschen gibt, die Angst vor Hunden haben. Infrage kommen würde etwa die Wiese hinter dem Pferdemarktgelände am Kleinen Brückendamm. Das falsche Argument der anderen Ratsparteien für ihre Ablehnung: „Das kostet Geld“. Dabei müssen Hundehalter/innen für ihren geliebten Vierbeiner pro Jahr 70 Euro Hundesteuer zahlen. Das macht bei rund 1.700 Hundehalter/innen in Burgdorf Jahr für Jahr rund 119.000 Euro. „Die Stadt macht sich mit Geld die Taschen voll und für die, die das bezahlen müssen, wird nichts getan“, warf LINKEN-Fraktionsvorsitzender Michael Fleischmann den anderen Ratsparteien vor. Vor allem Vertreter/innen von SPD und Grünen reagierten empört mit lautstarken Zwischenrufen.

Trotz des Ratsbeschlusses will Christine Gross nicht locker lassen. Die Hundehalterin hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, der pikanterweise auch ein paar Ratsleute von SPD und CDU angehören. Die Gruppe will sich Hundefreilaufflächen in anderen Kommunen ansehen und auf Sponsorensuche gehen. Mit diesen Flächen haben nicht nur größere Städte gute Erfahrungen gemacht, sondern auch kleine Kommunen wie Nienhagen bei Celle. Gross plant, im Herbst einen neuen Antrag für eine umzäunte Hundefläche in den Rat einzubringen.